Steuern in Brasilien 2026 für Ausländer und Zuzügler
Dividenden werden erstmals seit 30 Jahren besteuert, Gehälter bis 5.000 Real sind dafür jetzt steuerfrei. Wir erklären die Sätze 2026 für Privatpersonen, Einzelunternehmer und Firmen: Einkommensteuer, Sozialversicherung, Mehrwertsteuer und ihre Reform, Immobilien, Krypto, Ansässigkeit und die Lage mit Deutschland.

Die kurze Antwort: 2026 zahlt ein Ansässiger in Brasilien 0 bis 27,5 % Einkommensteuer auf das Welteinkommen, eine Firma 34 % auf den Gewinn, und Dividenden werden erstmals seit 1996 mit 10 % besteuert. Ansässig werden Sie entweder am Tag der Ankunft oder am 184. Tag im Land – das hängt vom Visum ab.
Steuersätze in Brasilien 2026: die Kurzfassung
Seit 1. Januar 2026 besteuert Brasilien Dividenden mit 10 % – seit 1996 waren sie steuerfrei. Dasselbe Gesetz 15.270/2025 senkte die Einkommensteuer auf Gehälter bis 5.000 Real im Monat auf null und führte eine Mindeststeuer von bis zu 10 % für alle ein, die mehr als 600.000 Real im Jahr verdienen. Die Last hat sich von Angestellten zu Unternehmern verschoben.
Der Real, in Dokumenten R$, ist die Landeswährung. Zum Kurs der brasilianischen Zentralbank 2026 bekommt man für 1 $ etwa 5,2 Real: 5.000 Real sind rund 960 $, 600.000 Real etwa 115.000 $. Steuern werden auf drei Ebenen erhoben: Bund, 26 Bundesstaaten plus Bundesdistrikt und Gemeinden. Die Bundessteuern verwaltet die Bundessteuerbehörde.
| Steuer | Satz 2026 | Wer zahlt und worauf |
|---|---|---|
| Einkommensteuer für Privatpersonen | 0–27,5 % | Ansässige auf das Welteinkommen; keine Steuer auf Einkommen bis 5.000 Real im Monat |
| Mindeststeuer auf hohe Einkommen | 0–10 % | Ansässige mit mehr als 600.000 Real im Jahr, Dividenden eingeschlossen |
| Dividendensteuer | 10 % an der Quelle einbehalten | Ansässige, wenn eine Firma ihnen mehr als 50.000 Real im Monat zahlt; Nichtansässige auf jeden Betrag |
| Sozialversicherung | 7,5–14 % Arbeitnehmer, 20 % Arbeitgeber | Arbeitnehmeranteil höchstens 988,09 Real im Monat; der Arbeitgeber zahlt zusätzlich 8 % in den Abfindungsfonds |
| Gewinnsteuer für Firmen | 34 % | 15 % + 10 % auf Gewinn über 240.000 Real im Jahr + 9 % Sozialbeitrag auf den Gewinn |
| Vereinfachtes Regime für kleine Unternehmen | 4 % bis 33 % vom Umsatz | Firmen und Einzelunternehmer mit Umsatz bis 4,8 Millionen Real im Jahr; der Satz hängt von Tätigkeit und Umsatz ab |
| Verbrauchsteuern auf Waren und Dienstleistungen | Warenverkehrsteuer 17–23 %, Dienstleistungssteuer 2–5 % | Verkäufer von Waren und Dienstleistungen; der Übergang zu einer dualen Mehrwertsteuer begann 2026 |
| Steuer auf Veräußerungsgewinne | 15–22,5 % | Verkauf von Immobilien, Beteiligungen und Krypto; börsennotierte Aktien 15 %, Tagesgeschäfte 20 % |
| Einkünfte von Nichtansässigen | 15 % oder 25 % | 25 % auf Gehälter und Dienstleistungen, 15 % auf Miete, Zinsen und Lizenzgebühren |
| Erbschaft- und Schenkungsteuer | bis 8 % | Erben und Beschenkte; den Satz legt der Bundesstaat fest |
| Städtische Grundsteuer | in São Paulo 1 % für Wohnungen, 1,5 % für Gewerbe | Der Eigentümer; den Satz legt die Gemeinde fest |
| Steuer auf Finanzgeschäfte | 3,5 % | Kartenzahlungen im Ausland, Kauf von Bargeld in Fremdwährung, Überweisungen auf das eigene Konto im Ausland; Überweisungen ins Ausland zur Anlage – 1,1 % |
Neben dem Gesetz 15.270 vom 26. November 2025 prägen drei weitere Akte die Regeln 2026. Das Ergänzungsgesetz 224/2025 kürzte Bundesvergünstigungen um 10 % und erhöhte die Steuer auf Eigenkapitalzinsen – eine Zahlung an Gesellschafter, die die Firma von ihrem Gewinn abzieht – von 15 % auf 17,5 %. Das Ergänzungsgesetz 214/2025 startete den Test der neuen Mehrwertsteuer. Das Ergänzungsgesetz 227/2026 verpflichtete die Bundesstaaten zu einer progressiven Erbschaftsteuer.
Sätze anderer Länder der Region und darüber hinaus finden Sie im Bereich Steuern nach Ländern.
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Wer in Brasilien steuerlich ansässig ist
Brasilien geht nicht nur nach Tagen: Mit einem unbefristeten Visum beginnt die steuerliche Ansässigkeit am Tag der Ankunft, selbst nach einer einzigen Woche im Land. Die 183-Tage-Regel gilt nur für befristete Visa ohne brasilianischen Arbeitsvertrag. Ein Ansässiger zahlt Steuern auf Einkünfte aus aller Welt und braucht die brasilianische Steuernummer für Privatpersonen; ein Nichtansässiger zahlt nur auf brasilianische Einkünfte.
Die Regeln stehen in der Normativen Anweisung 208 von 2002 der Steuerbehörde und werden auf deren Website wiederholt.
| Situation | Wann die Ansässigkeit beginnt |
|---|---|
| Ankunft mit unbefristetem Visum | Am Tag der Ankunft |
| Befristetes Visum mit Arbeitsvertrag bei einem brasilianischen Arbeitgeber | Am Tag der Ankunft |
| Befristetes Visum ohne brasilianischen Arbeitsvertrag: Fernarbeit, Studium, Ruhestand | An dem Tag, an dem der Aufenthalt 184 Tage innerhalb von 12 Monaten erreicht, am Stück oder nicht |
| Unbefristetes Visum oder Arbeitsvertrag vor Erreichen von 184 Tagen erhalten | Am Tag des Erhalts |
| Ein brasilianischer Staatsbürger kehrt dauerhaft ins Land zurück | Am Tag der Ankunft |
| Ausreise aus Brasilien ohne Mitteilung an die Steuerbehörde | Die Ansässigkeit dauert weitere 12 aufeinanderfolgende Monate |
Tage werden nicht nach Kalenderjahr gezählt. Die Zählung beginnt am Tag der ersten Einreise und läuft 12 Monate. Werden in dieser Zeit keine 184 Tage erreicht, beginnt ab der nächsten Einreise ein neuer Zeitraum von 12 Monaten.
Die Schwachstelle der Regeln: unbefristete Aufenthaltserlaubnisse
Die Anweisung wurde für die alten Visumarten geschrieben. Das Migrationsgesetz 13.445/2017 ersetzte das unbefristete Visum durch eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis, während der Text der Anweisung gleich blieb. Eltern eines in Brasilien geborenen Kindes und andere Inhaber einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis sollten den Beginn ihrer Ansässigkeit vorab klären: Er entscheidet, ab welchem Tag Brasilien Steuern auf ausländische Einkünfte verlangt. Wie man einen Status erhält, beschreiben unsere Seiten zur Geburt in Brasilien, zum Aufenthalt über Immobilien und zum Visum für digitale Nomaden.
Wie man die Ansässigkeit beendet
Ausreisen reicht nicht. Sie müssen bis Ende Februar des Jahres nach der Ausreise eine Mitteilung über die endgültige Ausreise einreichen und danach eine abschließende Ausreiseerklärung. Ohne Mitteilung behandelt Brasilien den Ausgereisten weitere 12 Monate als ansässig und erwartet Steuern auf das Welteinkommen. Nach der Ausreise werden brasilianische Einkünfte als Einkünfte eines Nichtansässigen besteuert: Der Zahler behält die Steuer ein.
Behandeln zwei Länder denselben Steuerpflichtigen als ansässig, entscheidet das Doppelbesteuerungsabkommen. Wie die 183-Tage-Regel in verschiedenen Ländern funktioniert, erklärt unser Artikel zur steuerlichen Ansässigkeit und 183-Tage-Regel.
Steuerliche Ansässigkeit in Brasilien: wie man ansässig wird und Tage zählt
Brasilien zählt nicht nur Tage. Mit einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis oder einem brasilianischen Arbeitsvertrag beginnt die Ansässigkeit am Tag der Einreise, auch wenn Sie erst eine Woche dort leben. Die Regel von mehr als 183 Tagen in beliebigen 12 Monaten gilt für befristete Visa.
Ein ausreisender Ansässiger braucht eine abschließende Ausreiseerklärung, sonst bleibt der Status weitere 12 Monate. Ein Ansässiger zahlt progressive Einkommensteuer auf das Welteinkommen, ein Nichtansässiger nur auf brasilianische Einkünfte. Den Status bestätigt die brasilianische Bundessteuerbehörde.
Das Gesetz hindert Sie nicht, den Status selbst zu bestätigen. Fehler kosten aber mehr: Ohne Ausreiseerklärung besteuert Brasilien ausländische Einkünfte ein weiteres Jahr. Die Begleitung durch Murblz nimmt diese Risiken: Wir zählen die Tage und bereiten die Ausreiseerklärung oder die Bescheinigung vor. Wir garantieren professionelle Arbeit und einen transparenten Ablauf, in den meisten Fällen mit Ergebnis bei der ersten Einreichung.
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Rechner für die steuerliche Ansässigkeit für Brasilien
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Das Zählen nach Daten braucht JavaScript. Unten stehen dieselben Regeln nach Ländern.
Wie hoch die Einkommensteuer in Brasilien ist und was vom Gehalt bleibt
Auf ein Gehalt bis 5.000 Real im Monat (etwa 960 $) fällt seit 2026 überhaupt keine Einkommensteuer an, während ab 7.350 Real (etwa 1.410 $) die Erleichterung verschwindet und die alte Skala mit ihrer Obergrenze von 27,5 % gilt. Diese Obergrenze ist niedriger als in Uruguay (36 %), aber fast dreimal so hoch wie in Paraguay (10 %).
Das Gesetz 15.270/2025 ließ die Skala selbst unverändert. Es fügte eine Minderung der bereits berechneten Steuer hinzu: Bei Einkommen bis 5.000 Real sinkt die Steuer auf null, zwischen 5.000,01 und 7.350 Real beträgt die Minderung 978,62 − 0,133145 × Einkommen, über 7.350 Real gibt es keine. In der Jahresberechnung liegen dieselben Schwellen bei 60.000 und 88.200 Real.
| Monatliche Bemessungsgrundlage, Real | Satz | Abzugsbetrag, Real |
|---|---|---|
| bis 2.428,80 | 0 % | – |
| 2.428,81–2.826,65 | 7,5 % | 182,16 |
| 2.826,66–3.751,05 | 15 % | 394,16 |
| 3.751,06–4.664,68 | 22,5 % | 675,49 |
| über 4.664,68 | 27,5 % | 908,73 |
Die Bemessungsgrundlage ist das Gehalt abzüglich Sozialversicherungsbeitrag und Freibeträgen für Unterhaltsberechtigte. Stattdessen kann ein vereinfachter Abzug von 607,20 Real im Monat genutzt werden, wenn er günstiger ist. Die Steuer ist die Grundlage mal dem Satz ihrer Stufe, abzüglich des Abzugsbetrags aus der Tabelle.
Rechenbeispiel: Nettolohn
Die Rechnung gilt für einen Angestellten ohne Unterhaltsberechtigte zu den Sätzen 2026. Der Sozialversicherungsbeitrag ist gedeckelt, daher sinkt sein Anteil mit steigendem Gehalt.
| Bruttogehalt | Sozialversicherung | Einkommensteuer | Netto | Abzüge gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 5.000 Real | 501,51 | 0 | 4.498,49 | 10,0 % |
| 6.000 Real | 641,51 | 385,10 | 4.973,39 | 17,1 % |
| 10.000 Real | 988,09 | 1.569,55 | 7.442,36 | 25,6 % |
| 20.000 Real | 988,09 | 4.319,55 | 14.692,36 | 26,5 % |
Die Zeile 6.000 Real Schritt für Schritt. Grundlage: 6.000 − 641,51 = 5.358,49 Real. Steuer nach Skala: 5.358,49 × 27,5 % − 908,73 = 564,85 Real. Minderung nach dem neuen Gesetz: 978,62 − 0,133145 × 6.000 = 179,75 Real. Fällige Steuer: 385,10 Real. Ohne das Gesetz 15.270 würde derselbe Angestellte jeden Monat 180 Real mehr abgeben.
Was die Steuer in der Jahreserklärung mindert
- Unterhaltsberechtigte: je 2.275,08 Real im Jahr, und jeder braucht eine eigene Steuernummer.
- Bildung: bis 3.561,50 Real im Jahr für den Steuerpflichtigen und für jeden Unterhaltsberechtigten.
- Krankheitskosten: Ärzte und Krankenhäuser ohne Obergrenze, sofern nicht von einer Versicherung erstattet. Beiträge zu ausländischen Krankenversicherungen sind nicht abzugsfähig.
- Beiträge zu brasilianischen privaten Rentenplänen: bis 12 % des steuerpflichtigen Einkommens.
- Die vereinfachte Option statt aller obigen Abzüge: 20 % des Einkommens, höchstens 17.640 Real im Jahr.
Abzüge fragt die Steuerbehörde am häufigsten nach: Bewahren Sie Belege und Verträge fünf Jahre auf. Kapitalerträge und Dividenden werden gesondert besteuert – siehe unten.
Wie viel Sozialversicherung Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen
Ein Angestellter mit 10.000 Real im Monat kostet einen brasilianischen Arbeitgeber rund 13.580 Real – noch vor dem 13. Monatsgehalt und dem Urlaubsgeld. Der eigene Beitrag des Arbeitnehmers übersteigt nie 988,09 Real, unabhängig vom Gehalt: Er ist gedeckelt.
Die Sozialversicherung verwaltet das Nationale Institut für soziale Sicherheit. Die Beiträge finanzieren die staatliche Rente, Krankengeld und Mutterschaftsleistungen. Die Sätze 2026 legte die Interministerielle Verordnung 13/2026 fest.
| Teil des Monatsgehalts, Real | Beitragssatz Arbeitnehmer |
|---|---|
| bis 1.621,00 | 7,5 % |
| 1.621,01–2.902,84 | 9 % |
| 2.902,85–4.354,27 | 12 % |
| 4.354,28–8.475,55 | 14 % |
Die Skala ist progressiv: Jeder Satz gilt nur für seinen Teil des Gehalts. 1.621 Real sind der Mindestlohn 2026 (etwa 310 $), 8.475,55 Real die Beitragsbemessungsgrenze. Auf Einkommen über der Grenze zahlt der Arbeitnehmer nichts.
Was der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt zahlt
- Sozialversicherung – 20 % des vollen Gehalts, ohne Obergrenze. Im Finanzsektor 22,5 %.
- Unfallversicherung – 1 % bis 3 % je nach Gefährlichkeit der Tätigkeit.
- Branchenabgaben (sogenannte Beiträge an Dritte: Fonds für Berufsausbildung und Sozialdienste) – meist etwa 5,8 %.
- Abfindungsfonds – 8 % auf ein persönliches Konto des Arbeitnehmers. Das Geld wird bei Kündigung ohne Grund, beim Wohnungskauf oder beim Renteneintritt frei.
Rechenbeispiel für ein Gehalt von 10.000 Real und einen Unfallversicherungssatz von 2 %: 2.000 + 200 + 580 + 800 = 3.580 Real zusätzlich, also 35,8 %. Hinzu kommen das 13. Monatsgehalt und der Urlaubsbonus von einem Drittel des Monatsgehalts, beide arbeitsrechtlich Pflicht.
Kleine Unternehmen im vereinfachten Regime zahlen den Arbeitgeberbeitrag in den meisten Tätigkeiten innerhalb einer einheitlichen Zahlung auf den Umsatz statt 20 % der Lohnsumme.
Selbstständige zahlen ihre Beiträge selbst: 20 % des Einkommens bis zur Grenze, 11 % des Mindestlohns im vereinfachten Plan oder 5 % als Kleinstunternehmer.
Das öffentliche Gesundheitssystem hängt nicht von Beiträgen ab: Es ist für alle im Land kostenlos, Ausländer eingeschlossen.
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Wie hoch Gewinnsteuer und Dividendensteuer in Brasilien sind
Eine gewöhnliche brasilianische Firma zahlt insgesamt 34 % auf den Gewinn – mehr als in Chile (27 %) oder Uruguay (25 %) und über dreimal so viel wie die 10 % in Paraguay. Bis 2026 milderte eine Regel diesen Satz: Der Eigentümer erhielt Dividenden steuerfrei. Jetzt gilt das nur noch bis 50.000 Real im Monat.
Die 34 % bestehen aus drei Teilen. Die Körperschaftsteuer beträgt 15 %. Ein Zuschlag von 10 % gilt für Gewinn über 240.000 Real im Jahr, also 20.000 Real im Monat. Und der Sozialbeitrag auf den Nettogewinn beträgt 9 %. Für Versicherer liegt der Beitrag bei 15 %, für Banken bei 20 %, was ihren Gesamtsatz auf 40–45 % bringt.
Zwei Wege, den Gewinn zu messen
Tatsächlicher Gewinn. Besteuert wird der Buchgewinn. Das Regime ist Pflicht bei Umsatz über 78 Millionen Real im Jahr und für Finanzinstitute.
Vermuteter Gewinn. Der Staat ignoriert Ausgaben und nimmt an, dass der Gewinn einem festen Anteil am Umsatz entspricht: 8 % in Handel und Produktion, 32 % bei Dienstleistungen. Für eine Dienstleistungsfirma ergeben die Bundessteuern 11,33 % des Umsatzes (Körperschaftsteuer 4,8 %, Sozialbeitrag auf den Gewinn 2,88 %, Umsatzabgaben 0,65 % und 3 %), dazu 2–5 % kommunale Dienstleistungssteuer. Das sind 13,33–16,33 % des Umsatzes, plus der Zuschlag von 10 %, sobald der vermutete Gewinn 60.000 Real im Quartal übersteigt. Ab 2026 erhöhte das Ergänzungsgesetz 224/2025 die Gewinnanteile um 10 % auf Umsatz über 5 Millionen Real im Jahr: Aus 32 % werden 35,2 %.
Dividenden: was ab 2026 besteuert wird
- Ein Ansässiger erhält von einer Firma mehr als 50.000 Real (etwa 9.600 $) im Monat – die Firma behält 10 % des gesamten Betrags ein, nicht nur des Überschusses. 49.000 Real heißt keine Steuer, 51.000 Real heißt 5.100 Real.
- Ein Nichtansässiger erhält Dividenden aus Brasilien – 10 % auf jeden Betrag, in jedes Land.
- Eine brasilianische Firma zahlt an eine andere – keine Steuer, wie bisher.
- Bis Ende 2025 erzielter Gewinn bleibt steuerfrei, wenn die Ausschüttung bis 31. Dezember 2025 beschlossen wurde und nach dem beschlossenen Plan 2026–2028 gezahlt wird. Eine vorläufige Entscheidung des Obersten Bundesgerichts vom 26. Dezember 2025 verlängerte die Frist für den Beschluss bis 31. Januar 2026 (Verfahren ADI 7912 und 7914).
Mindeststeuer auf Einkommen über 600.000 Real im Jahr
Der zweite Mechanismus des Gesetzes 15.270 wird einmal im Jahr in der Steuererklärung berechnet. Fast alle Einkünfte werden addiert, steuerfreie Dividenden eingeschlossen, und der Satz folgt einer Formel: Einkommen geteilt durch 60.000, minus 10. Ab 1,2 Millionen Real (etwa 230.000 $) beträgt der Satz 10 %.
| Jahreseinkommen, Real | Satz der Mindeststeuer | Mindeststeuer, Real |
|---|---|---|
| 600.000 | 0 % | 0 |
| 750.000 | 2,5 % | 18.750 |
| 900.000 | 5 % | 45.000 |
| 1.200.000 | 10 % | 120.000 |
Das ist eine Untergrenze, kein Zuschlag. Bereits gezahlte Einkommensteuer des Jahres wird abgezogen, einschließlich der 10 %, die auf Dividenden einbehalten wurden. Nicht zur Grundlage gehören außerbörsliche Veräußerungsgewinne, Zinsen auf Sparkonten, Erträge aus befreiten Hypotheken- und Agraranleihen sowie Vermögen, das als Vorschuss auf ein künftiges Erbe empfangen wurde.
Es gibt auch eine Obergrenze. Hat die Firma selbst die vollen 34 % auf ihren Gewinn gezahlt, mindert Artikel 16-B die Mindeststeuer des Eigentümers: Die Gesamtbelastung von Firma und Eigentümer darf 34 % nicht übersteigen. Nichtansässige haben ein ähnliches Recht auf Anrechnung nach Artikel 10-A des Gesetzes 9.249/1995. Die neue Steuer trifft daher am härtesten dort, wo die Firma wenig auf ihren Gewinn zahlt: beim vermuteten Gewinn und im vereinfachten Regime.
Die Steuerbehörde meint, dass die 10 % auf Dividenden über 50.000 Real im Monat auch für Firmen im vereinfachten Regime gelten. 2026 gaben Gerichte in mehreren Bundesstaaten den Firmen recht; die oberen Gerichte haben die Frage nicht entschieden.
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Wie hoch die Mehrwertsteuer in Brasilien ist und was die Steuerreform ändert
Brasilien hat noch keine einheitliche Mehrwertsteuer: Fünf Steuern auf drei Staatsebenen übernehmen ihre Aufgabe, und seit 2026 kamen für eine siebenjährige Übergangszeit zwei neue hinzu. Bis 2033 führen Firmen das alte und das neue System parallel.
| Steuer | Erhoben von | Satz | Worauf |
|---|---|---|---|
| Warenverkehrsteuer | Bundesstaat | 17–23 % innerhalb eines Bundesstaats, 18 % in São Paulo; 4 %, 7 % oder 12 % bei Verkäufen in einen anderen Bundesstaat | Waren, Strom, Telekommunikation, Überlandtransport |
| Dienstleistungssteuer | Gemeinde | 2–5 % | Im Ergänzungsgesetz 116/2003 aufgeführte Dienstleistungen |
| Zwei Bundessozialabgaben auf den Umsatz | Bund | 1,65 % + 7,6 % mit Vorsteuerabzug oder 0,65 % + 3 % ohne | Umsatz der Firma |
| Steuer auf Industrieprodukte | Bund | Nach Warencode, meist 5–30 % | Produktion und Importe |
| Einfuhrzoll | Bund | Meist 10–20 %, höchstens 35 % | Importierte Waren |
Eine Anmeldeschwelle wie in Europa gibt es nicht. Eine Firma meldet sich ab dem ersten Verkauf beim Bundesstaat und bei der Gemeinde an, während kleine Unternehmen diese Steuern in der einheitlichen Zahlung des vereinfachten Regimes zahlen. Exportierte Dienstleistungen sind von Dienstleistungssteuer und Umsatzabgaben befreit, wenn das Ergebnis der Leistung im Ausland erzielt wird und die Zahlung aus dem Ausland nach Brasilien kommt.
Die duale Mehrwertsteuer: was kommt und wann
Die Verfassungsänderung 132/2023 und das Ergänzungsgesetz 214/2025 ersetzen die fünf Steuern durch zwei. Ein Bundesbeitrag auf Waren und Dienstleistungen tritt an die Stelle der beiden Umsatzabgaben. Eine gemeinsame Steuer der Bundesstaaten und Gemeinden ersetzt Warenverkehr- und Dienstleistungssteuer. Beide funktionieren als klassische Mehrwertsteuer mit vollem Vorsteuerabzug, erhoben am Ort des Verbrauchs.
| Jahr | Was geschieht |
|---|---|
| 2026 | Testjahr: Der Bundesbeitrag mit 0,9 % und die gemeinsame Steuer mit 0,1 % erscheinen auf Rechnungen, und das Gezahlte wird auf die Umsatzabgaben angerechnet |
| 2027 | Der Bundesbeitrag ersetzt die Umsatzabgaben vollständig. Die Steuer auf Industrieprodukte sinkt für alle Waren auf null außer für solche mit Gegenstücken aus der Freihandelszone Manaus. Eine Selektivsteuer auf gesundheits- und umweltschädliche Waren beginnt |
| 2029–2032 | Warenverkehr- und Dienstleistungssteuer werden jedes Jahr um ein Zehntel gesenkt, während die gemeinsame Steuer steigt |
| 2033 | Die alten Steuern sind weg; es bleiben der Bundesbeitrag, die gemeinsame Steuer und die Selektivsteuer |
Die endgültigen Sätze werden später festgelegt. Das Gesetz 214/2025 nennt 26,5 % insgesamt als Richtwert, und offizielle Schätzungen deuten auf etwa 28 % – gleichauf mit den höchsten Mehrwertsteuersätzen der Welt. Zum Vergleich: Uruguay erhebt 22 %, Chile 19 %.
Die Reform behält das vereinfachte Regime bei, und bei einem Umsatz unter 40.500 Real im Jahr sind die neuen Steuern nicht zu zahlen.
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Was Einzelunternehmer und kleine Unternehmen in Brasilien zahlen: Kleinstunternehmer, vereinfachtes Regime und Fernarbeit
Der günstigste legale Status in Brasilien kostet ab 82,05 Real im Monat (etwa 16 $): die feste Zahlung eines Kleinstunternehmers, die Steuern und Rentenbeitrag bereits enthält. Ein Entwickler, Ingenieur oder Marketer kann ihn aber nicht nutzen – für sie gibt es das vereinfachte Regime mit Sätzen ab 6 % vom Umsatz.
Kleinstunternehmer
- Umsatz höchstens 81.000 Real im Jahr (etwa 15.600 $); die Grenze hat sich seit 2018 nicht geändert.
- Monatliche Zahlung: 5 % des Mindestlohns an die Sozialversicherung (81,05 Real) plus 1 Real Landessteuer für Handel oder 5 Real Gemeindesteuer für Dienstleistungen.
- Höchstens ein Mitarbeiter.
- Keine Beteiligung an einer anderen Firma und keine Geschäftsführung dort.
- Nur Berufe aus einer geschlossenen Liste: Friseur, Fahrer, Kleinhandel, Reparaturen. Geistige Berufe stehen nicht darauf.
Ein Ausländer braucht zur Anmeldung die Steuernummer und den Ausweis für ansässige Ausländer. Nichtansässige sind ausgeschlossen.
Das vereinfachte Regime
Das Regime für Firmen und Einzelunternehmer mit Umsatz bis 4,8 Millionen Real im Jahr (etwa 920.000 $) wurde mit dem Ergänzungsgesetz 123/2006 geschaffen. Eine monatliche Zahlung ersetzt Körperschaftsteuer, Sozialbeitrag auf den Gewinn, die beiden Umsatzabgaben, die Steuer des Bundesstaats oder der Gemeinde und den Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung. Der Satz hängt von der Tätigkeit ab und steigt mit dem Umsatz.
| Anlage zum Gesetz | Tätigkeit | Nominalsatz auf den Umsatz |
|---|---|---|
| I | Handel | 4–19 % |
| II | Produktion | 4,5–30 % |
| III | Dienstleistungen: Reparaturen, Schulungen, Reisebüros; geistige Dienstleistungen, wenn die Lohnsumme mindestens 28 % des Umsatzes beträgt | 6–33 % |
| IV | Bau, Reinigung, Sicherheit, Rechtsdienstleistungen | 4,5–33 % |
| V | Informationstechnik, Beratung, Ingenieurwesen, Werbung, Prüfung | 15,5–30,5 % |
Der niedrigste Satz gilt für Umsatz bis 180.000 Real in 12 Monaten. Eine Dienstleistungsfirma aus Anlage V wechselt in Anlage III, wenn die Lohnsumme einschließlich Gehalt des Eigentümers mindestens 28 % des Umsatzes beträgt. Der Unterschied am Anfang: 6 % gegenüber 15,5 %.
Das Regime ist verschlossen für Firmen mit einer anderen juristischen Person als Gesellschafter oder mit einem Eigentümer, der im Ausland lebt. Erst Umzug und Ansässigkeit, dann das vereinfachte Regime.
Rechenbeispiel: 15.000 Real im Monat von ausländischen Kunden
Ein ansässiger Entwickler verdient 15.000 Real im Monat, also 180.000 Real im Jahr. Als Privatperson folgt die Steuer der Skala: 15.000 × 27,5 % − 908,73 = 3.216 Real im Monat, 21,4 % des Einkommens, vor Abzügen. Über eine Firma im vereinfachten Regime nach Anlage III sind es 6 % vom Umsatz, 900 Real. Um in diese Anlage zu kommen, zahlt sich der Eigentümer ein Gehalt von mindestens 4.200 Real (28 % des Umsatzes); 11 % davon gehen an die Sozialversicherung, und die Einkommensteuer auf diesen Betrag ist 2026 null. Der Rest fließt als steuerfreie Dividende ab, solange die Ausschüttung innerhalb von 50.000 Real im Monat bleibt.
Fernarbeit, digitale Nomaden und Fachkräfte aus dem Ausland
Brasilien hat kein Sonderregime für Zuziehende. Es gibt weder Steuerferien auf ausländische Einkünfte wie in Uruguay noch einen ermäßigten Satz für zuziehende Fachkräfte wie in Portugal. Das Visum für digitale Nomaden gibt das Recht, im Land zu leben, keinen Steuervorteil: In den ersten 183 Tagen besteuert Brasilien ausländische Einkünfte nicht, ab Tag 184 fällt das gesamte Welteinkommen unter die Skala bis 27,5 %.
Ein Ansässiger, der aus dem Ausland oder von Privatpersonen bezahlt wird, berechnet die Steuer jeden Monat selbst: Die Einkünfte werden im Online-Konto der Steuerbehörde erfasst und nach der allgemeinen Skala besteuert. Ausländische Steuer auf dieselben Einkünfte wird angerechnet, wenn es mit dem Land ein Abkommen oder Gegenseitigkeit gibt.
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Steuern auf Immobilien, Autos, Erbschaften, Anlagen und Krypto
Der Kauf einer Wohnung in São Paulo kostet 3 % Grunderwerbsteuer; der Verkauf mit Gewinn mindestens 15 % des Gewinns. Dazwischen zahlt der Eigentümer der Gemeinde jährlich etwa 1 % des Schätzwerts. Eine Vermögensteuer hat Brasilien nicht: Die Verfassung erlaubt sie, das Gesetz wurde aber nie verabschiedet.
| Steuer | Satz 2026 | Wann und wer zahlt |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | bis 3 %; 3 % in São Paulo | Der Käufer beim Abschluss; geht an die Gemeinde |
| Städtische Grundsteuer | in São Paulo ein Grundsatz von 1 % für Wohnungen und 1,5 % für Gewerbeimmobilien | Der Eigentümer jährlich, auf den Schätzwert |
| Kfz-Steuer | 2 % im Bundesstaat Santa Catarina, 4 % in São Paulo | Der Eigentümer jährlich, auf den Marktwert des Autos |
| Erbschaft- und Schenkungsteuer | bis 8 %; 4 % im Bundesstaat São Paulo | Der Erbe oder Beschenkte; geht an den Bundesstaat |
| Veräußerungsgewinne: Immobilien, Beteiligungen, andere Vermögenswerte | 15 % auf Gewinne bis 5 Millionen Real; 17,5 % von 5 bis 10 Millionen; 20 % von 10 bis 30 Millionen; 22,5 % über 30 Millionen | Der Verkäufer, bis zum letzten Werktag des Folgemonats |
| Börsennotierte Aktien | 15 %, Tagesgeschäfte 20 % | Keine Steuer, wenn die Verkäufe im Monat 20.000 Real nicht übersteigen |
| Einlagen und Anleihen | 22,5 % bis 180 Tage, 20 % bis 360, 17,5 % bis 720, 15 % darüber | Von der Bank bei Auszahlung einbehalten |
| Ausländische Anlagen und Firmen | 15 % | Der Ansässige, einmal im Jahr in der Steuererklärung |
| Krypto | 15–22,5 % | Keine Steuer, wenn die Verkäufe im Monat 35.000 Real nicht übersteigen |
Immobilien: Verkauf und Vermietung
Ein Ansässiger zahlt in zwei Fällen keine Steuer auf den Gewinn. Erstens: Die einzige Wohnung wurde für höchstens 440.000 Real (etwa 85.000 $) verkauft, und in den letzten fünf Jahren gab es keine anderen Verkäufe. Zweitens: Der Erlös aus dem Verkauf einer Wohnung wurde innerhalb von 180 Tagen in eine andere Wohnung in Brasilien gesteckt, einmal in fünf Jahren. Die Steuerbehörde verweigert Nichtansässigen diese Erleichterungen (Normative Anweisung 208/2002), auch wenn Gerichte in Einzelfällen Verkäufern recht gaben.
Mieteinnahmen eines Ansässigen werden nach der allgemeinen Skala bis 27,5 % besteuert, die eines Nichtansässigen pauschal mit 15 %. Die Reform bringt Mehrwertsteuer: Ein Eigentümer von mehr als drei vermieteten Objekten mit Mieteinnahmen über 240.000 Real im Jahr wird steuerpflichtig für die neuen Steuern, mit einem um 70 % ermäßigten Satz für Vermietung. Objekte zum Kauf wählen wir über unseren Service Anlageimmobilien in Brasilien aus.
Erbschaft und Autos
Die Obergrenze von 8 % für die Erbschaftsteuer legte der Senat bereits 1992 fest. Das Ergänzungsgesetz 227/2026 verpflichtete jeden Bundesstaat zu einer progressiven Skala und erlaubte die Besteuerung von Auslandsvermögen, wenn der Verstorbene oder der Erbe in Brasilien lebt – sobald der Bundesstaat ein eigenes Gesetz verabschiedet. Die Verfassungsänderung 137/2025 befreite Autos ab 20 Jahren von der Kfz-Steuer.
Auslandsvermögen eines Ansässigen
Das Gesetz 14.754/2023 beendete den Steueraufschub, auf den sich Eigentümer ausländischer Firmen verließen. Zinsen, Dividenden und Gewinne auf ausländischen Konten werden einmal im Jahr mit 15 % besteuert. Der Gewinn einer beherrschten Firma in einem Niedrigsteuerland oder mit passiven Einkünften gilt am 31. Dezember als Einkommen des Eigentümers, auch wenn er nicht ausgeschüttet wurde.
Krypto
Ein Pauschalsatz von 17,5 % wurde nicht eingeführt: Die vorläufige Maßnahme des Präsidenten 1.303/2025 – ein Akt mit Gesetzeskraft, den der Kongress binnen 120 Tagen bestätigen muss – verfiel am 8. Oktober 2025 ohne Abstimmung. Verkäufe auf brasilianischen Plattformen bis 35.000 Real im Monat sind steuerfrei; darüber wird der Gewinn nach der Skala von 15–22,5 % besteuert. Über ausländische Plattformen gehaltene oder verkaufte Kryptowerte behandelt die Steuerbehörde als ausländischen Finanzwert: 15 % einmal im Jahr und keine monatliche Freigrenze. Seit Juli 2026 gilt eine neue monatliche Meldung zu Kryptogeschäften (Normative Anweisung 2.291/2025): Ansässige melden Geschäfte über ausländische Börsen selbst.
Was Nichtansässige zahlen und ob ein Abkommen mit Deutschland gilt
Ein Nichtansässiger zahlt in Brasilien zwischen 10 % und 25 % an der Quelle, und die Steuer ist fast immer abgeltend: keine Erklärung, aber auch keine Abzüge. Der höchste Satz – 25 % – gilt für Gehälter und Dienstleistungen, daher kostet Arbeit für einen brasilianischen Kunden aus dem Ausland mehr, als es bei Vertragsabschluss aussieht.
| Einkünfte aus Brasilien | Satz für Nichtansässige | Hinweise |
|---|---|---|
| Gehalt und Honorare für Dienstleistungen | 25 % | Auf den vollen Betrag, ohne Abzüge |
| Miete aus Immobilien | 15 % | Abgeführt vom Firmenmieter oder vom Vertreter des Eigentümers in Brasilien |
| Zinsen | 15 % | 25 %, wenn der Empfänger in einem Niedrigsteuerland sitzt |
| Dividenden | 10 % | Ab 2026, auf jeden Betrag und in jedes Land |
| Eigenkapitalzinsen | 17,5 % | 15 % vor 2026 |
| Technische Dienstleistungen und Lizenzgebühren einer brasilianischen Firma | 15 % | Der Auftraggeber zahlt obendrauf eine weitere Abgabe von 10 %, weshalb er über den Preis verhandelt |
| Gewinn aus dem Verkauf von Vermögen in Brasilien | 15–22,5 % | Die Steuer wird am Tag des Verkaufs gezahlt |
Als Niedrigsteuerland gilt in Brasilien ein Land mit einem Einkommensteuersatz unter 17 % oder mit geheimen Angaben zu Firmeneigentümern. Die Liste führt die Steuerbehörde.
Kein Abkommen mit Deutschland
Zwischen Deutschland und Brasilien gibt es seit 2006 kein Doppelbesteuerungsabkommen mehr, nur Regelungen für Schifffahrts- und Luftfahrtunternehmen. Doppelbesteuerung wird daher nur nach den innerstaatlichen Regeln jedes Landes vermieden. Die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland endet erst, wenn Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt aufgegeben sind; die Abmeldung erfolgt binnen zwei Wochen nach dem Auszug. Eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bleibt in Deutschland beschränkt steuerpflichtig; zuständig ist das Finanzamt Neubrandenburg.
Mit Russland gilt dagegen das Abkommen vom 22. November 2004, angewendet seit 2018 und von Russland 2023 nicht ausgesetzt. Seine Höchstsätze: Dividenden 10 % bei einer Firma mit mindestens 20 % Beteiligung, sonst 15 %; Zinsen und Lizenzgebühren 15 %. Die russische Seite beschreibt unsere Seite Steuern in Russland.
Mit welchen anderen Ländern es Abkommen gibt
Die brasilianische Steuerbehörde führt 2026 insgesamt 38 geltende Abkommen. Dazu gehören die Ukraine (Dekret 5.799/2006), Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, die Niederlande, Israel, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, China, Indien, Argentinien, Uruguay und Chile. Das neueste ist das mit Polen, in Kraft gesetzt mit Dekret 12.865/2026.
- Mit den Vereinigten Staaten gibt es kein Abkommen.
- Das Abkommen mit Deutschland gilt seit 1. Januar 2006 nicht mehr.
- Abkommen mit dem Vereinigten Königreich und Kolumbien sind unterzeichnet, aber nicht in Kraft.
- Mit Deutschland, Kasachstan, Belarus und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion außer Russland und der Ukraine gibt es keine Abkommen.
Ohne Abkommen kann ausländische Steuer nur bei Gegenseitigkeit angerechnet werden: Die Steuerbehörde erkennt sie mit den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und Deutschland an. In anderen Fällen können dieselben Einkünfte doppelt besteuert werden, und die Einkommensstruktur muss vor dem Umzug aufgesetzt werden. Diese Berechnungen übernehmen Fachleute von Murblz.
Prüfen wir, wo Sie Steuern zahlen
Drei Fragen im Chat zeigen, wo Sie steuerlich ansässig sind.
Wann die Steuererklärung in Brasilien fällig ist und welche Strafen bei Verspätung drohen
Die Jahreserklärung ist in Brasilien bis zum letzten Werktag im Mai fällig, Verlängerungen gibt es nicht. Einen Tag zu spät kostet mindestens 165,74 Real (etwa 32 $) und höchstens 20 % der Jahressteuer. 2026 nahm die Steuerbehörde Erklärungen für 2025 vom 23. März bis 29. Mai an.
| Was zu tun ist | Frist | Für wen |
|---|---|---|
| Jährliche Einkommensteuererklärung | Bis zum letzten Werktag im Mai des Folgejahres | Ansässige mit steuerpflichtigem Einkommen über 35.584 Real für 2025, Vermögen über 800.000 Real oder einem Veräußerungsgewinn sowie alle, die im Laufe des Jahres ansässig wurden |
| Monatliche Selbstberechnung der Steuer | Bis zum letzten Werktag des Folgemonats | Ansässige mit Einkünften von Privatpersonen oder aus dem Ausland |
| Steuer auf Veräußerungsgewinne | Bis zum letzten Werktag des Monats nach dem Verkauf; Nichtansässige zahlen am Tag des Verkaufs | Verkäufer von Immobilien, Beteiligungen und Krypto |
| Meldung von Auslandsvermögen an die Zentralbank | 15. Februar bis 5. April | Ansässige mit 1 Million Dollar oder mehr an Auslandsvermögen am 31. Dezember |
| Meldung von Kryptogeschäften | Monatlich, ab Juli 2026 | Ansässige, die über ausländische Plattformen oder ohne Vermittler mit mehr als 35.000 Real im Monat handeln |
Der Arbeitgeber behält jeden Monat Steuer auf das Gehalt ein, und die Erklärung rechnet den Rest ab: Ein fälliger Betrag kann sofort oder in bis zu acht Monatsraten mit Zinsen gezahlt werden, eine Überzahlung wird auf ein Bankkonto erstattet.
Die Erklärung listet nicht nur Einkünfte, sondern das weltweite Vermögen: Konten, Immobilien, Beteiligungen, Autos, Krypto. Eine Vermögensteuer gibt es nicht, aber der Vermögenszuwachs wird mit dem erklärten Einkommen abgeglichen. Abweichungen zu Daten von Arbeitgebern, Banken und Kliniken findet ein automatischer Abgleich, den Brasilianer das „feine Netz“ nennen.
Strafen und Zinsen
- Verspätete Erklärung: 1 % der Steuer für jeden Monat Verzug, mindestens 165,74 Real und höchstens 20 % der Steuer.
- Verspätete Zahlung: ein Zuschlag von 0,33 % pro Tag, höchstens 20 %, plus Zinsen zum Leitzins der Zentralbank.
- Festsetzung nach einer Prüfung: eine Strafe von 75 % der unbezahlten Steuer (Artikel 44 des Gesetzes 9.430/1996).
- Verjährung: Die Steuerbehörde kann eine Erklärung fünf Jahre lang prüfen.
Die Erklärung für 2026 wird 2027 eingereicht und ist die erste mit der Mindeststeuer auf hohe Einkommen. Die Steuerbehörde aktualisiert die Schwellen für die Erklärungspflicht jedes Jahr in einer gesonderten Anweisung.
Was Brasiliens Steuern für Zuziehende bedeuten: wer gewinnt und wer nicht
Für alle, die mit Einkünften aus dem Ausland ziehen, ist Brasilien eines der teuersten Länder der Region: bis 27,5 % auf das gesamte Welteinkommen ab dem ersten Tag der Ansässigkeit, ohne Übergangszeit und ohne Erleichterungen für neue Ansässige. Das benachbarte Paraguay hat einen Einkommensteuersatz von 10 %, und Uruguay gewährt neuen Ansässigen Steuerferien auf ausländische Kapitalerträge.
Die zweite unbequeme Wahrheit ist die Komplexität. Im letzten Weltbank-Ranking „Doing Business“ (2020) brauchte eine mittelgroße brasilianische Firma 1.501 Stunden im Jahr, um Steuern vorzubereiten und zu zahlen – das schlechteste Ergebnis unter 190 Volkswirtschaften. Die Reform soll das beheben, bis 2033 müssen die Bücher aber nach zwei Systemen zugleich geführt werden.
Wer von brasilianischen Steuern profitiert
- Angestellte mit bis 5.000 Real. Keine Einkommensteuer; einbehalten wird nur der Sozialversicherungsbeitrag, etwa 10 %.
- Kleine Dienstleistungsunternehmen. Das vereinfachte Regime ab 6 % vom Umsatz und steuerfreie Dividenden bis 50.000 Real im Monat.
- Wer mit befristetem Visum weniger als 184 Tage in 12 Monaten im Land verbringt. Brasilien besteuert ausländische Einkünfte nicht, bevor die Ansässigkeit beginnt.
Wer zweimal überlegen sollte
- Fernarbeitende Fachkräfte und Menschen, die von Kapitalerträgen mit hohen ausländischen Einkünften leben. Der gesamte Betrag fällt unter die Skala bis 27,5 %, und die Steuer muss jeden Monat berechnet und gezahlt werden.
- Eigentümer ausländischer Firmen. Das Gesetz 14.754/2023 besteuert den Gewinn einer beherrschten Firma jedes Jahr mit 15 %, auch wenn er nicht ausgeschüttet wird.
- Empfänger von Dividenden ab 1,2 Millionen Real im Jahr. Eine Mindeststeuer von 10 % auf alle Einkünfte, es sei denn, die Firma hat die vollen 34 % auf ihren Gewinn gezahlt.
- Wer oft Geld ins Ausland schickt oder auf Reisen mit einer brasilianischen Karte zahlt. 3,5 % auf jeden Vorgang.
Was vor dem Umzug zu tun ist
- Klären Sie das Datum, an dem die steuerliche Ansässigkeit beginnt: Es hängt von der Visumart ab, nicht nur von der Zahl der Tage.
- Rechnen Sie ausländische Einkünfte nach der brasilianischen Skala neu und prüfen Sie, ob es mit dem Herkunftsland ein Abkommen oder Gegenseitigkeit gibt.
- Entscheiden Sie über eine ausländische Firma und Anlagekonten vor der Ankunft, nicht nach der ersten Steuererklärung.
- Holen Sie die Steuernummer und eröffnen Sie ein Konto – das übernimmt unser Service Privatkonto in Brasilien.
- Beenden Sie die steuerliche Ansässigkeit im bisherigen Land, sonst beanspruchen zwei Staaten dieselben Einkünfte.
Die Migrationsprogramme des Landes finden Sie auf unserer Seite Brasilien: Staatsbürgerschaft, Aufenthalt und Visa. Zum Vergleich: Steuern in Argentinien und Steuern in Paraguay.
Die genaue Belastung hängt von der Visumart, der Struktur Ihrer Einkünfte und dem Land ab, aus dem sie kommen. Fachleute von Murblz berechnen die Steuern für Ihre Situation in einer kostenlosen Beratung.
Wie man vom Aufenthalt zum Pass kommt und warum die Staatsbürgerschaft allein die Steuern nicht ändert, erklärt die Seite Brasilianische Staatsbürgerschaft.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Einkommensteuer in Brasilien 2026?
Wann wird ein Ausländer in Brasilien steuerlich ansässig?
Werden Dividenden in Brasilien besteuert?
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Brasilien?
Wie viel Steuer zahlt ein Einzelunternehmer in Brasilien?
Hat Brasilien ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland?
Welche Immobiliensteuern zahlen Ausländer in Brasilien?
Wie wird Krypto in Brasilien besteuert?
Leistungen
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Der Steuersatz ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte: wo die Firma sitzt, wo das Geld liegt und wer die Buchhaltung einreicht. Murblz-Spezialisten helfen dabei im selben Land. Der Preis wird vor Arbeitsbeginn schriftlich festgelegt.
Artikel über dieses Land
Brasilianische Staatsbürgerschaft 2026
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