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Führerscheinumtausch in Deutschland: ein Leitfaden für Ausländer

7 Min. Lesezeit ·

Sechs Monate mit ausländischem Führerschein, dann der Umtausch: ohne Prüfungen für Länder einer besonderen Liste, Theorie- und Fahrprüfung für alle anderen. Fristen, Unterlagen, Kosten und was mit einem abgelaufenen Führerschein zu tun ist.

Kurz gesagt

  • Fahren mit ausländischem Führerschein: 6 Monate nach der Anmeldung der Adresse, um bis zu 6 Monate verlängerbar nur, wenn Sie weniger als ein Jahr bleiben
  • Übersetzung: nötig, wenn der Führerschein nicht auf Deutsch oder Englisch ausgestellt ist; stattdessen reicht ein internationaler Führerschein
  • Frist für den Umtausch: keine, nach 6 Monaten dürfen Sie mit dem ausländischen Führerschein aber nicht mehr fahren
  • Prüfungen: für Länder einer besonderen Liste nicht nötig; alle anderen legen Theorie- und Fahrprüfung ab, ohne Pflichtausbildung in der Fahrschule
  • Kosten: eine Gebühr ab 45 $, der ganze Umtausch mit Prüfungen ab 350 $ ohne Fahrstunden

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Im Einzelnen

Die kurze Antwort: In Deutschland dürfen Sie in den ersten sechs Monaten, nachdem Sie sich im Land niedergelassen haben, mit einem ausländischen Führerschein fahren. Danach muss er gegen einen deutschen umgetauscht werden. Fahrer aus Ländern einer besonderen Liste tauschen ihn ohne Prüfungen um; alle anderen legen Theorie- und Fahrprüfung ab, aber ohne Pflichtausbildung in der Fahrschule.

Die Frist beginnt nicht mit der Einreise, sondern an dem Tag, an dem Deutschland Ihr ordentlicher Wohnsitz wurde. In der Praxis ist das das Datum der Anmeldung Ihrer Adresse. Ein Tourist muss nichts umtauschen, für alle, die mit einem Visum für Fachkräfte, für Selbstständige oder zum Familiennachzug umgezogen sind, läuft die Zeit aber schon. Unten Schritt für Schritt: Fristen, Unterlagen, Prüfungen, Kosten und was zu tun ist, wenn Ihr Führerschein abgelaufen ist.

Wie lange man in Deutschland mit ausländischem Führerschein fahren darf

Die Fahrerlaubnis-Verordnung gibt dem Inhaber eines ausländischen Führerscheins sechs Monate ab dem Zeitpunkt, an dem er seinen ordentlichen Wohnsitz in Deutschland begründet. Auf Antrag lässt sich die Frist um bis zu sechs weitere Monate verlängern, aber nur, wenn Sie nachweisen, dass Sie höchstens ein Jahr im Land leben werden. Für alle, die auf Dauer umgezogen sind, gibt es keine Verlängerung: Im siebten Monat verliert der ausländische Führerschein seine Gültigkeit, und das Fahren damit gilt als Fahren ohne Fahrerlaubnis, mit Strafe und Problemen bei der Versicherung.

Außerhalb der Europäischen Union ausgestellte Führerscheine müssen auf Deutsch abgefasst sein oder eine Übersetzung haben. Ein internationaler Führerschein nach dem Muster des Wiener Übereinkommens von 1968 ersetzt die Übersetzung und wird zusammen mit dem nationalen Führerschein mitgeführt. Führerscheine aus Ländern der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums bleiben ohne Frist gültig und müssen nicht umgetauscht werden.

Den Umtausch können Sie auch nach sechs Monaten beantragen: Das Gesetz setzt kein Enddatum. Zwischen dem Ende der Schonfrist und dem Erhalt des deutschen Führerscheins dürfen Sie aber nicht fahren. Besser stellt man den Antrag daher in den ersten Monaten nach dem Umzug, mit Zeitreserve für die Wartezeit bei der Behörde und für die Prüfungen.

Wer einen Führerschein ohne Prüfungen umtauscht

Eine Anlage zur Fahrerlaubnis-Verordnung nennt die Länder, deren Führerscheine Deutschland ohne Prüfung anerkennt. Ihre Inhaber erhalten einen deutschen Führerschein ohne Prüfungen, ohne Sehtest, ohne Erste-Hilfe-Kurs und ohne Fahrschule. Für manche Länder gilt die Erleichterung nur für Autos, während die Prüfungen für Lastwagen und Busse bleiben. Auf der Liste stehen zum Beispiel Israel, Japan, Südkorea und einige Bundesstaaten der Vereinigten Staaten.

Auch Inhaber von Führerscheinen aus Ländern außerhalb der Liste fangen nicht bei null an. Sie brauchen keine Pflichtausbildung in der Fahrschule, müssen aber die theoretische und die praktische Prüfung bestehen, einen Sehtest machen und einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen. Die Theorieprüfung wird in Deutschland am Computer abgelegt und ist in mehreren Sprachen möglich, auch auf Englisch. Die praktische Prüfung findet auf Deutsch statt, mit einem Prüfer der Prüforganisation.

Wurde der ausländische Führerschein ausgestellt, nachdem Sie nach Deutschland gezogen sind und hier schon Ihren ordentlichen Wohnsitz hatten, lässt er sich nicht umtauschen. Die Behörde prüft die Daten, einen Führerschein im Urlaub in der Heimat zu machen, um ihn später umzutauschen, hat also keinen Sinn.

Führerscheine aus Ländern außerhalb der Liste

Für Inhaber von Führerscheinen aus Ländern außerhalb der Liste sind beide Prüfungen Pflicht: Theorie und Fahren. Eine Ausbildung in der Fahrschule ist nicht Pflicht, die praktische Prüfung wird aber in einem Fahrschulwagen mit Doppelpedalen abgelegt, den fast immer eine Fahrschule zusammen mit einem Fahrlehrer stellt. Die meisten nehmen vor der Prüfung einige Fahrstunden, um sich an örtliche Regeln, Schilder und Prüfungsstrecken zu gewöhnen.

In den ersten sechs Monaten nach der Anmeldung dürfen Sie mit einem solchen Führerschein fahren, wenn Sie eine Übersetzung oder einen internationalen Führerschein haben. Beim Erhalt des deutschen Führerscheins wird der ausländische bei der Behörde abgegeben: Er wird aufbewahrt oder an das Ausstellungsland zurückgeschickt.

Unterlagen für den Führerscheinumtausch

  • Pass und Aufenthaltstitel;
  • ein Nachweis der Anmeldung der Adresse in Deutschland;
  • ein biometrisches Foto;
  • der ausländische Führerschein im Original und eine beglaubigte Übersetzung, wenn er nicht auf Deutsch oder Englisch ausgestellt ist;
  • eine Sehtestbescheinigung und eine Bescheinigung über den Erste-Hilfe-Kurs, wenn Ihr Land nicht auf der besonderen Liste steht;
  • eine Erklärung, dass der ausländische Führerschein gültig ist, und, wenn Prüfungen nötig sind, Angaben zu Fahrschule und Prüforganisation.

Welche Übersetzer anerkannt werden, entscheidet die Behörde in Ihrem Bundesland, klären Sie die Anforderungen an die Übersetzung daher vor dem Antrag. Für Lastwagen und Busse kommen ärztliche Untersuchungen hinzu.

Wie der Umtausch abläuft: die Schritte

  1. Die Adresse anmelden: Ab diesem Datum laufen die sechs Monate.
  2. Die Unterlagen sammeln, die Übersetzung anfertigen lassen, bei Bedarf Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs absolvieren.
  3. Den Antrag bei der Fahrerlaubnisbehörde am Wohnort stellen, persönlich und meist mit Termin.
  4. Sind Prüfungen nötig, gibt die Behörde die Akte an die Prüforganisation weiter. Zuerst die Theorieprüfung am Computer, dann die Fahrprüfung mit einem Prüfer.
  5. Den deutschen Führerschein erhalten und den ausländischen abgeben. Die Karte wird zentral hergestellt, das dauert einige Wochen.

In Großstädten sind Termine Wochen im Voraus vergeben, und Prüfungen strecken das Verfahren über Monate. Es lohnt sich daher, im allerersten Monat nach dem Umzug zu beginnen und nicht im fünften.

Was der Führerscheinumtausch in Deutschland kostet

ZahlungBetrag 2026
Gebühr für den Umtausch ohne Prüfungen37,50 Euro, etwa 45 $
Gebühr für den Umtausch mit Prüfungen45,10 Euro, etwa 55 $
Theorieprüfungetwa 30 $
Praktische Prüfungetwa 150 $
Beglaubigte Übersetzung des Führerscheinsab 35 $
Sehtest und Erste-Hilfe-Kursetwa 80 $

Die Gebühren sind die von Berlin; andere Bundesländer verlangen ähnliche Beträge. Ein Umtausch ohne Prüfungen kostet mit Übersetzung ab 80 $. Sind Prüfungen nötig, beginnen die Kosten bei 350 $ und steigen mit der Zahl der Fahrstunden: Fahrstunden und der Fahrschulwagen für die Prüfung sind der größte Posten, zu den Sätzen der gewählten Fahrschule. Eine Wiederholung wird erneut bezahlt.

Wenn Ihr Führerschein abgelaufen ist

Umtauschen lässt sich nur ein gültiger Führerschein: Im Antrag bestätigen Sie, dass er nicht abgelaufen ist, und die Behörde kann das prüfen. Ist der Führerschein abgelaufen, muss er zuerst im Ausstellungsland verlängert werden. Ist das nicht möglich, erwirbt man einen deutschen Führerschein von Grund auf: mit Ausbildung in der Fahrschule, Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs und beiden Prüfungen. Läuft Ihr Führerschein in den kommenden Monaten ab, beantragen Sie den Umtausch vor diesem Datum, nicht danach.

Die Frist für den Umtausch zählt ab der Anmeldung mit Aufenthaltstitel. Wie man einen Aufenthaltstitel erhält, steht auf den Seiten Aufenthaltstitel für Fachkräfte in Deutschland und Daueraufenthalt in Deutschland, und alle Gründe für einen Umzug sind unter Deutschland: alle Programme gesammelt.

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Häufige Fragen

Wie lange darf man in Deutschland mit einem ausländischen Führerschein fahren?
Sechs Monate ab dem Tag, an dem Deutschland Ihr ordentlicher Wohnsitz wurde, in der Praxis ab dem Datum der Anmeldung Ihrer Adresse. Eine Verlängerung um bis zu sechs weitere Monate erhält nur, wer höchstens ein Jahr bleibt.
Muss man den Führerschein nach dem Umzug nach Deutschland umtauschen?
Ja, wenn Sie länger als sechs Monate in Deutschland leben und Ihr Führerschein außerhalb der Europäischen Union ausgestellt wurde. Führerscheine aus Ländern der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums müssen nicht umgetauscht werden.
Darf man in Deutschland mit einem internationalen Führerschein fahren?
Ja, in den ersten sechs Monaten nach der Anmeldung ersetzt ein internationaler Führerschein nach dem Muster des Wiener Übereinkommens die Übersetzung. Er wird zusammen mit dem nationalen Führerschein mitgeführt und gilt allein nicht.
Welche Führerscheine werden in Deutschland ohne Prüfungen umgetauscht?
Führerscheine aus Ländern einer besonderen Liste in der Fahrerlaubnis-Verordnung, etwa Israel, Japan und Südkorea. Inhaber aus anderen Ländern legen Theorie- und Fahrprüfung ab, ohne Pflichtausbildung in der Fahrschule.
In welcher Sprache wird die deutsche Theorieprüfung abgelegt?
Die Theorieprüfung ist in mehreren Sprachen möglich, auch auf Englisch. Die praktische Prüfung findet auf Deutsch statt.
Was kostet der Führerscheinumtausch in Deutschland?
Die Gebühr beträgt 37,50 Euro ohne Prüfungen und 45,10 Euro mit Prüfungen, etwa 45 $ und 55 $. Mit Übersetzung, Bescheinigungen und beiden Prüfungen beginnen die Kosten bei 350 $, Fahrstunden werden gesondert bezahlt.
Lässt sich ein abgelaufener Führerschein in Deutschland umtauschen?
Nein, umgetauscht werden nur gültige Führerscheine. Ein abgelaufener muss zuerst im Ausstellungsland verlängert werden; sonst erwirbt man einen deutschen Führerschein von Grund auf, mit Fahrschule und Prüfungen.

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