Auswandern mit schulpflichtigen Kindern: Schulpflicht, Abmeldung und die neue Schule
Was mit der deutschen Schulpflicht passiert, wann Sie Ihre Kinder abmelden, welche Unterlagen die neue Schule braucht und wie Sie zwischen lokaler Schule, Deutscher Auslandsschule und internationaler Schule wählen, mit Spanien und Paraguay als Beispielen.
Kurz gesagt
- Schulpflicht folgt dem Wohnsitz. In Deutschland hängt sie am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesland und endet mit dem Wegzug ins Ausland.
- Abmeldung in zwei Wochen. Die Familie meldet sich frühestens eine Woche vor dem Auszug und spätestens zwei Wochen danach ab, Kinder unter 16 Jahren melden die Eltern mit ab.
- Unterlagen aus der alten Schule. Zeugnisse und Schulbescheinigung sind im neuen Land die Grundlage für die Einstufung.
- Drei Schulwege. Lokale Schule, Deutsche Auslandsschule mit deutschem Abitur oder internationale Schule mit Unterricht auf Englisch.
- Zwei Sprachen als Stütze. Englisch wird unter neuen Freunden oft die gemeinsame Sprache, Deutsch bleibt der Anker der Familie.
Ausführlich
Auswandern mit schulpflichtigen Kindern heißt, zwei Schulsysteme gleichzeitig im Blick zu haben: das deutsche, aus dem Ihre Kinder sauber abgemeldet werden, und das neue, in dem sie zum ersten Schultag einen Platz brauchen. Eltern stellen dabei immer wieder dieselben Fragen. Was wird aus der Schulpflicht, wann meldet man ab, welche Unterlagen braucht die neue Schule, welche Schulform passt und wie bleibt das Deutsch der Kinder lebendig? Dieser Beitrag geht die Schritte in der Reihenfolge durch, in der sie anstehen, mit Spanien und Paraguay als zwei Beispielen für sehr unterschiedliche Ziele.

Was aus der Schulpflicht wird, wenn die Familie wegzieht
In Deutschland ist die Schulpflicht Ländersache, und sie knüpft an den Wohnort an. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel ist schulpflichtig, wer im Land seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, praktisch also jedes Kind mit einer Meldeadresse in Nordrhein-Westfalen. Die anderen Länder folgen demselben Prinzip. Daraus ergibt sich die wichtigste Regel für auswandernde Familien: Die deutsche Schulpflicht endet nicht mit dem Flugticket, sondern mit dem Wohnsitz. Solange die Familie gemeldet ist, gilt das Kind als schulpflichtig, und ein Fehlen ohne Abmeldung zählt als unentschuldigtes Fehlen.
Im Ausland gelten die Schulregeln des neuen Landes. In Spanien wie in Paraguay ist der Schulbesuch ebenfalls Pflicht, eine Pause, in der ein Kind einfach zu Hause bleibt, sieht keines der beiden Systeme vor. Planen Sie den Umzug deshalb so, dass zwischen dem letzten Schultag in Deutschland und dem ersten im neuen Land möglichst wenige Wochen liegen. Für Spanien gelingt das am leichtesten in den Sommerferien: Das Schuljahr endet in Deutschland, das neue beginnt im September, und das Kind verpasst keinen Stoff. Für Länder mit anderem Schuljahr lohnt es sich, den Starttermin der neuen Schule zu klären, bevor Sie die Flüge buchen.
Abmeldung von der Schule und beim Meldeamt
Zwei Abmeldungen gehören zusammen. Die erste geht an die Schule. Teilen Sie der Schulleitung schriftlich mit, ab welchem Tag Ihr Kind ins Ausland zieht und in welches Land. Die Schule braucht diese Angabe, um das Kind aus der Schulpflicht zu entlassen und die Akte zu schließen. Bitten Sie im selben Schreiben um ein Abgangszeugnis oder ein Zwischenzeugnis zum letzten Schultag und um eine Schulbescheinigung mit Klassenstufe und Schulform.
Die zweite Abmeldung geht an das Meldeamt. Wer aus einer Wohnung auszieht und keine neue Wohnung in Deutschland bezieht, meldet sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Auszug ab, frühestens eine Woche vorher. Für Kinder unter 16 Jahren erledigen das die Eltern, aus deren Wohnung die Kinder ausziehen. In der Praxis meldet sich die Familie gemeinsam ab, mit allen Namen auf einem Formular. Die Abmeldebestätigung heben Sie gut auf: Sie belegt gegenüber Schule, Krankenkasse und Behörden, ab wann Sie nicht mehr in Deutschland wohnen.
Die Reihenfolge erspart Rückfragen. Bewährt hat sich, zuerst die Schule zu informieren, dann die Abmeldebestätigung beim Meldeamt zu holen und der Schule eine Kopie zu geben.
Unterlagen der Kinder für die neue Schule
Die neue Schule entscheidet anhand der Unterlagen, in welche Klasse Ihr Kind kommt. Je vollständiger die Mappe, desto schneller die Einstufung. Dazu gehören:
- die Zeugnisse der letzten zwei Schuljahre und das aktuelle Abgangs- oder Zwischenzeugnis;
- eine Schulbescheinigung mit Klassenstufe, Schulform und Fächern;
- die Geburtsurkunden der Kinder, für die meisten Länder mit Apostille und Übersetzung;
- der Impfausweis, den Schulen im Ausland häufig sehen wollen;
- Unterlagen zu Förderbedarf, Therapien oder Nachteilsausgleich, wenn es sie gibt.
Lassen Sie die wichtigsten Dokumente vor der Abreise übersetzen, solange Sie Ämter und Schulen in Deutschland noch persönlich erreichen. Eine Apostille stellt die zuständige Stelle in Deutschland aus, aus dem Ausland dauert derselbe Schritt deutlich länger.
Ein fehlendes Dokument verschiebt den Schulstart
Am häufigsten verzögern drei Dinge die Anmeldung schulpflichtiger Kinder im Ausland: Zeugnisse ohne Übersetzung, eine Geburtsurkunde ohne Apostille und ein Aufenthaltstitel, der nur für einen Elternteil beantragt wurde. Murblz wählt Land und Grundlage für die ganze Familie, bereitet die Unterlagen der Kinder vor und plant die Anmeldung in der Schule vor Beginn des Schuljahres. Wir garantieren professionelle Arbeit und einen transparenten Ablauf.
Preis der Begleitung: auf Anfrage beim Manager.
Lokale Schule, Deutsche Auslandsschule oder internationale Schule
Für schulpflichtige Kinder gibt es im Ausland drei Wege, und jeder führt zu einem anderen Alltag.
Die lokale Schule bringt die Landessprache am schnellsten in den Alltag. Ihr Kind sitzt mit Kindern aus der Nachbarschaft in der Klasse, Freundschaften entstehen in der eigenen Straße, und nach einigen Monaten spricht es oft flüssiger als die Eltern. Für jüngere Schulkinder ist das meist der einfachste Weg. Ältere Kinder brauchen in den ersten Monaten mehr Unterstützung, weil sie neben der Sprache anspruchsvollen Stoff in Mathematik und Naturwissenschaften verstehen müssen.
Die Deutsche Auslandsschule hält den Weg zurück ins deutsche System offen. Weltweit gibt es 134 Deutsche Auslandsschulen, an denen 84.000 Schülerinnen und Schüler lernen. Das Abiturzeugnis einer Deutschen Auslandsschule verleiht die allgemeine Hochschulreife, das Kind kann also ohne Umweg an einer deutschen Hochschule studieren. In den Klassen sitzen deutsche Kinder neben Kindern aus einheimischen Familien, sodass beide Sprachen im Schulalltag vorkommen. Die Plätze sind begrenzt, eine frühe Anmeldung zahlt sich aus.
Die internationale Schule unterrichtet in der Regel auf Englisch und führt zu internationalen Abschlüssen. Sie passt zu Familien, die mehrmals umziehen oder deren Kinder schon gut Englisch sprechen. Englisch wird hier zur Sprache des Unterrichts und der Freundschaften, Kinder aus vielen Ländern finden darin ihre gemeinsame Sprache.
Die Wahl hängt weniger vom Land ab als von zwei Fragen: Wie lange bleibt die Familie, und wo soll das Kind später studieren? Wer drei bis fünf Jahre plant und zurückkehren will, ist an der Deutschen Auslandsschule gut aufgehoben. Wer bleiben will, gewinnt mit der lokalen Schule die Sprache und die Freunde des neuen Landes.
Spanien: Schulpflicht bis 16 und ein Platz für jedes Kind
Spanien ist für deutsche Familien das naheliegende Ziel, und das Schulsystem macht den Einstieg leicht. Die Grundbildung umfasst zehn Schuljahre, in der Regel vom 6. bis zum 16. Lebensjahr. Ausländische Kinder unter 16 Jahren haben dasselbe Recht und dieselbe Pflicht zur Bildung wie spanische Kinder. Eine öffentliche Schule nimmt Ihr Kind deshalb auf, auch wenn der Aufenthaltstitel der Familie noch bearbeitet wird.
Die Anmeldung läuft über die Gemeinde oder die Schulbehörde der Region. Dafür brauchen Sie die Meldebescheinigung der Gemeinde, die Pässe, die Geburtsurkunden und die Zeugnisse. In Regionen mit eigener Sprache wie Katalonien, Valencia, Galicien oder dem Baskenland lernen Kinder zusätzlich Katalanisch, Valencianisch, Galicisch oder Baskisch. Für Kinder, die ohnehin mit mehreren Sprachen leben, ist das eine weitere Sprache nach bekanntem Muster. Welche Aufenthaltswege für Familien in Frage kommen, vom Arbeitsvisum bis zum Visum ohne Erwerbstätigkeit, lesen Sie im Beitrag Aufenthaltstitel in Spanien.
Paraguay: kostenlose öffentliche Schule und gleiche Rechte
Paraguay zieht Familien an, die mehr Platz und ein ruhigeres Leben wollen. Die Verfassung des Landes macht die schulische Grundbildung zur Pflicht, an öffentlichen Schulen ist sie kostenlos. Zugleich garantiert sie allen Einwohnern gleiche Würde und gleiche Rechte und schließt Diskriminierung aus, das gilt auch für zugewanderte Kinder im Klassenzimmer. Unterrichtet wird an öffentlichen Schulen auf Spanisch, sodass Kinder aus Deutschland die Landessprache vom ersten Tag an im Unterricht hören.
Für Familien, die später nach Deutschland zurückwollen, lohnt der Blick auf die Deutschen Auslandsschulen in Südamerika. Wie die Familie den Aufenthalt in Paraguay bekommt und was in den ersten Wochen ansteht, beschreibt der Beitrag Auswandern nach Paraguay.
Englisch als gemeinsame Sprache, Deutsch als Anker
In der neuen Klasse sprechen zugewanderte Kinder in den ersten Wochen selten schon die Landessprache. Auf dem Schulhof, in der internationalen Schule und unter Kindern aus anderen zugezogenen Familien wird oft Englisch die erste gemeinsame Sprache: für das Spiel in der Pause, die Frage nach dem Weg zur Turnhalle, die erste Verabredung am Nachmittag. Ein Kind, das schon einige englische Sätze kennt, findet schneller Anschluss und fühlt sich vom ersten Tag an weniger fremd.
Genau hier hilft Tatako. Ihr Kind lernt Englisch von den ersten Wörtern an, und zwar gemeinsam mit Ihnen: Hinweise, Menüs und jeder Schritt der Begleitung sind in Ihrer Familiensprache, sodass Deutsch auch beim Englischlernen der Anker bleibt. Etwa fünf Minuten am Tag genügen, denn fünf Minuten jeden Tag bringen mehr als eine Stunde am Samstag. Tatako läuft im Browser, auf iPhone und iPad, auf Android und auf jedem Computer, und die erste Lektion ist kostenlos, ohne Kreditkarte. Am besten beginnen Sie in den Monaten vor dem Umzug, wenn Wohnung und Visum noch offen sind. So kommt Ihr Kind mit ersten englischen Wörtern in die neue Schule, und die gemeinsamen Minuten am Abend bleiben auch im neuen Land ein fester Teil des Tages.
Deutsch selbst braucht im Ausland einen festen Platz. Sprechen Sie zu Hause konsequent Deutsch, lesen Sie vor und lassen Sie ältere Kinder auf Deutsch lesen und schreiben. Videotelefonate mit Großeltern und Freunden in Deutschland halten die Sprache lebendig. Kinder, die so aufwachsen, behalten ein gutes Deutsch und wechseln bei einer Rückkehr ohne Bruch in eine deutsche Schule.
Die ersten Monate in der neuen Schule
Für Schulkinder sind die ersten Wochen anstrengender als für Kinder im Kindergarten: neue Sprache, neue Regeln, neue Freunde und oft ein anderer Tagesrhythmus. Drei Dinge helfen. Erstens ein früher Termin mit der Klassenleitung, bei dem Sie Zeugnisse, Stärken und Lücken Ihres Kindes besprechen. Zweitens Nachhilfe oder ein Sprachkurs in der Landessprache in den ersten Monaten, damit das Kind dem Unterricht folgen kann. Drittens ein Verein, eine Musikschule oder eine Sportgruppe, in der Freundschaften außerhalb der Schule entstehen.
Rechnen Sie damit, dass die Noten im ersten Halbjahr unter dem gewohnten Niveau liegen. Das gehört zum Lernen in einer neuen Sprache und ist kein Zeichen für ein Problem. Jüngere Kinder holen meist schneller auf, ältere brauchen mehr Zeit, vor allem in Fächern mit viel Text. Eltern, die selbst die Landessprache lernen, helfen doppelt: bei den Hausaufgaben und als Vorbild.
Rückkehr nach Deutschland: was die Schule dann braucht
Kehrt die Familie zurück, beginnt die Schulpflicht mit der neuen Anmeldung am Wohnort wieder. Die deutsche Schule stuft Ihr Kind anhand der Zeugnisse aus dem Ausland ein. Bewahren Sie deshalb jedes Zeugnis mit Übersetzung auf, ebenso Bescheinigungen über Sprachkurse. Nach einer Deutschen Auslandsschule ist der Wechsel am leichtesten, weil Unterricht und Abschlüsse auf Deutsch laufen. Nach einer lokalen oder internationalen Schule hilft ein Gespräch mit der aufnehmenden Schule noch vor der Rückkehr, damit Klassenstufe und Fächer feststehen.
Wie Murblz Familien mit Schulkindern begleitet
Murblz begleitet Familien, die mit schulpflichtigen Kindern ins Ausland ziehen: Wir wählen Land und Aufenthaltsgrundlage für die ganze Familie, bereiten die Unterlagen der Kinder mit Übersetzungen vor und planen die Anmeldung in der Schule vor Beginn des Schuljahres. Was beim Umzug mit Kindern außerdem zu beachten ist, lesen Sie im Beitrag Umzug mit Kindern, und wie Eltern selbst die neue Sprache angehen, im Beitrag neue Sprache vor dem Umzug lernen. Der Preis der Begleitung: auf Anfrage beim Manager.
Aufenthaltstitel in Spanien
Wege für Familien.
Mehr lesen →Auswandern nach Paraguay
Aufenthalt und erste Wochen.
Mehr lesen →Umzug mit Kindern
Unterlagen, Schulen und Eingewöhnung.
Mehr lesen →Häufige Fragen
Endet die Schulpflicht, wenn wir auswandern?
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